Attraktive Pflegeausbildung im Krankenhaus

Mehr als 1,1 Millionen Pflegekräfte arbeiten zur Zeit in deutschen Krankenhäusern, in ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen und teilstationären Pflegeeinrichtungen. Bundesweit fehlen aber schon heute rund 34.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern. Bis zum Jahr 2030 wird eine Lücke von 330.000 bis zu 490.000 Pflegekräften prognostiziert.

Durch jahrelange Unterfinanzierung der Personalkosten in den Krankenhäusern leiden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute unter angespannten Arbeitsbedingungen. Die durch den fortgesetzten Einsparzwang verursachte Arbeitsverdichtung kann unter Qualitäts- und Patientensicherheitsaspekten nicht mehr weiter gesteigert werden. Um Pflege im Krankenhaus als lebenslange Berufswahl attraktiv zu machen und weiterhin Nachwuchs anziehen zu können, muss als aller erstes eine vollständige regelhafte Finanzierung der Personalkosten sowie der Tarifentwicklung gewährleistet werden. Um dieser Forderung für die Pflege Rechnung zu tragen, wird ab 2020 die Vergütung der Krankenhäuser über ein neu zu bildendes Pflegebudget neben den bisherigen, dann zu vermindernden Fallpauschalen erlöst. Dies birgt Risiken und Chancen. Das politische Versprechen, die Personalkosten für die Pflege damit voll zu finanzieren, muss eingelöst werden. Krankenhäuser als Arbeitgeber unternehmen vielfältige Anstrengungen, die Arbeit im Krankenhaus attraktiv, familienfreundlich, planbar und gut bezahlt zu gestalten. Dies können sie jedoch nur, wenn sie die Personalkostenüber ihre Erlöse refinanzieren können.

Die Krankenhäuser brauchen für die zukünftige Versorgung älter werdender Menschen mit komplexen Erkrankungen mehr spezialisierte Pflegekräfte, beispielsweise für die Geriatrie, den OP, die Intensivstationen oder die Frührehabilitation. Das Pflegeberufegesetz (PflBG) führt die Ausbildung von Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem neuen Pflegeberuf zusammen. Start der neuen generalistischen Ausbildung ist der 1. Januar 2020. Krankenhäuser werben für die Ausbildung zur Pflegefachkraft in ihren Pflegeschulen und in der betrieblichen Praxis. Das Krankenhaus als ausbildender Betrieb und als Arbeitgeber bietet je nach Interessenslage unterschiedliche Einsatzorte mit verschiedensten Anforderungen an. Bereits in der Ausbildung erhält ein/e Auszubildender in der Pflege im ersten Jahr € 1.100.- und im 3. Jahr € 1.300.-. Die Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind vielfältig.